Seit einigen Jahren gehört das „Haus der Foto- und Filmgeschichte“ im Freilichtmuseum Hessenpark bei Neu-Anspach zu den Anlaufstellen von Fotofreunden aus ganz Deutschland. Außer der – übrigens sehr sehenswerten – Dauerausstellung, bekommen auch immer wieder interessante Sonderthemen ihren Platz. Vom 26. Februar bis März 2018 werden Miniaturkameras des 19. Und 20. Jahrhunderts ausgestellt.

Seit der ersten Bekanntmachung des fotografischen Verfahrens im Jahre 1839 entwickelten sich die fotografischen Aufnahmegeräte stetig weiter: Kontinuierlich wurde die Qualität der Kameras verbessert, die Handhabung vereinfacht und die Größe der Aufnahmegeräte verringert.

Dem letztgenannten Aspekt widmet sich die neue Sonderausstellung im Fotohaus des Freilichtmuseums und zeigt die fortlaufende Entwicklung der Miniaturkamera von ihren Anfängen bis heute. Die Miniaturkamera wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts verwendet und besaß damals noch das Format eines Backsteins. Durch die bahnbrechenden chemischen und physikalischen Neuentwicklungen Anfang des 20. Jahrhunderts reduzierte sich die Größe auf etwa die Hälfte. Auch der Reiz der Fotografierenden und der Betrachter der Bilder, das Verborgene festzuhalten und zu entdecken, führte zu immer kleineren und versteckteren Aufnahmegeräten.

In den 1950er Jahren entstanden heute kurios anmutende, zum Teil verspielte Miniaturkameras mit Mehrfachfunktionen, wie zum Beispiel ein Fotoapparat mit integriertem Feuerzeug oder eine Radio-Kamera-Kombination. Auch echte Spionagekameras wurden in dieser Zeit für die Geheimdienste entwickelt. Heute haben sich die Abmessungen von etwa einer Zigarettenpackung als gängige Größe für Kameras etabliert – Fotoapparate, die man immer dabei haben kann, die klein genug sind, um sie in Hosen- oder Handtasche bequem unterzubringen und gleichzeitig viele technische Möglichkeiten bieten.

Sonderausstellung „Miniaturkameras. Verspielt – versteckt – verpönt“

26. Februar 2017 bis März 2018
Haus aus Queck (Haus der Foto- und Filmgeschichte Hessen), Baugruppe Marktplatz

Robert Hill