Fotografieren mit dem Smartphone oder Tablet. Für ambitionierte Fotografen ist es ungefähr dasselbe, als wenn ein Gourmet zum Fastfood-Imbiss geht. Oder der Freund des gehobenen Journalismus eine Boulevard-Zeitung liest. Und dennoch: Alle tun’s. Der Erfolg gibt den Anbietern Recht: Glaubt man einer aktuellen Statistik, werden derzeit 68% der Urlaubsfotos mit dem Smartphone belichtet. Auf die digitale Systemkamera entfallen ganze 11%. Also: (Fast) Alle tun es. Warum dann nicht gleich richtig?

Denn hochwertige Smartphones haben mittlerweile so gute Kameras integriert, dass sogar Profis immer wieder damit fotografieren. Und die damit entstandenen Fotos ganz gut verkaufen. Es kommt halt immer auf die Situation und den Anspruch an. Erfreulich, dass es mittlerweile einiges an richtig gutem Zubehör gibt, mit dem sich die Einsatzbereiche der Smartphones deutlich erweitern lassen.

Praktisch: Mit dem relativ langen Klipp lassen sich die Objektive an so ziemlich alle Smartphones und Tablets aufsetzen

Wobei ich hier den Schwerpunkt auf Qualität lege. Denn ein Satz billiger Objektivaufsätze für wenige Euro kostet zwar nicht viel, ist aber trotzdem rausgeschmissenes Geld. Weil man den Dingern aufgrund der miesen optischen Qualität sofort ansieht, dass man für die Kohle besser die Familie auf eine Portion Eis eingeladen hätte. Da hätten dann wenigstens alle was davon gehabt.

Beim Aufsetzen des Klipps muss darauf geachtet werden, dass die Öffnung exakt mittig sitzt.

Im Sortiment von Monochrom habe ich eine Reihe Smartphone-Objektive entdeckt, die den Zusatz „Pro“ im Namen zu Recht tragen: Wertige Metallfassung, vergütete Glaslinsen und ein gut abgestimmtes optisches System ermöglichen qualitativ recht hochwertige Aufnahmen. Wobei natürlich die Leistung des integrierten Originalobjektivs die Grundlage ist: Wenn dieses ordentlich abbildet, wird’s mit den Adaptern zumindest nicht (viel) schlechter.

Auch wenn der Konverter eingeschraubt ist, kann man das Smartphone-Objektiv noch sehen und den mittigen Sitz kontrollieren. Der LED-Blitz des Handys wird vom WW-Konverter verdeckt.

Ich habe mir das Smartphone-Objektiv PRO 16 mm mit Klipp als erstes vorgenommen. Der lange Bügel der Klipp-Halterung ermöglicht auch den Einsatz an meinem Samsung Galaxy S6 Edge, es gibt sogar noch ein paar Millimeter Spielraum. Damit sollte die Linse auch an die größeren Smartphones wie das S8 plus oder das neue iPhone X noch gut adaptierbar sein.

Der Bildwinkel des Samsung Galaxy S6 Edge ohne WW-Konverter

Bei der Montage muss man aufpassen, dass die Öffnung der Klipp-Halterung genau mittig mit dem Smartphone-Objektiv montiert wird. Der exakte Sitz sollte auch beim Fotografieren immer wieder kontrolliert werden. Denn vom Einhalten der optischen Achse ist die zu erreichende Bildqualität maßgeblich abhängig. Und die hat mich, durchaus positiv, überrascht: Für ein so kräftiges Weitwinkel ist die (ganz leicht tonnenförmige) Verzeichnung erfreulich gering. Chromatische Aberration, also Farbsäume, spielen dann auch keine wesentliche Rolle. Flares sind, sogar im direkten Gegenlicht, kaum zu sehen. Gut, die Schärfe könnte in den Ecken etwas besser sein. Aber hey, Freunde: Wir reden hier von einem Objektivaufsatz, der für unter € 100.- den Bildwinkel eines 16-Millimeter-Weitwinkels aus dem Handy zaubert. Und das in einer Bildqualität, die ich bei mancher weit teureren Festbrennweite für die KB-Kamera nicht bekommen habe!

Smartphone-Objektiv PRO 16 mm mit Klipp

Robert Hill