Natürlich kann man auch eine Backsteinmauer fotografieren um rauszufinden, ob das Objektiv auch in den Ecken richtig scharf ist. Für die meisten fotografischen Anwendungen reicht das ja auch aus. Und trotzdem: So ein Siemensstern sollte in keinem Ausrüstungsschrank fehlen. Denn er kostet nicht viel und kann in der einen oder anderen Situation das Leben deutlich erleichtern.

Klar, als erstes fällt einem der klassische Objektivtest ein, wenn vom Siemensstern die Rede ist. Man muss deswegen nicht gleich ein „Pixelpeeper“ sein, der bei 1.600%-Vergrößerung im Photoshop die äußersten Ecken der Bilder nach Unschärfen absucht. Es reicht schon, dass ein Objektiv mal vom Tisch rollt oder man im Eifer des Gefechts irgendwo damit anschlägt: Hat jetzt die Optik einen Knick weg, oder ist gar das Bajonett verzogen? Bevor man die Kamera samt Linse zur (kostenpflichtigen?) Überprüfung an den Service einschickt, kann man auch selbst herausfinden, ob eine neue Justage oder Reparatur notwendig ist.

Aber auch bei der Nachbearbeitung ist so ein Siemensstern oft hilfreich. Man kann ihn beispielsweise mit einem guten Makro-Objektiv auf Diafilm (oder, wenn man’s ganz richtig machen will, auf Strichfilm) fotografieren und hat dann ein prima Test-Dia um die korrekte Fokussierung des Filmscanners einzustellen.

Oder man scannt den Siemensstern und bastelt sich damit im Photoshop – vielleicht sogar zusammen mit Farb- und Graukeilen – eine Vorlage, um damit die Schärfe, Farbe, Kontrast und Ausrichtung des Beamers einzustellen?

Ihr seht schon: Die Frage ist eigentlich, wie Ihr so lange ohne ausgekommen seid …

Testtafel Siemensstern

Robert Hill