Kleenex. Tesa. Uhu. Carrera. Es gibt nur wenige Marken, die stellvertretend für eine ganze Produktgruppe stehen. Bittet jemand um ein „Tempo“, meint er fast immer ein Papier-Taschentuch. Und ist meistens auch zufrieden, wenn seine Nase mit einem vom Discounter putzen kann. Für mich ist, seit meiner Ausbildung in den 80iger Jahren, „Rotatrim“ das Synonym für Rollenschneider. Nur, dass ich dafür noch keine Alternative gefunden habe, die dem Original auch nur annähernd das Wasser reichen kann.

Es gibt nichts Teureres als (zu) billiges Werkzeug. Weil man dann doppelt Geld ausgibt. Spätestens wenn man die ersten Bilder verschnitten hat, kauft man eh die gute Rotatrim. Nur hat man dann schon Geld für die unpräzise Schneidemaschine ausgegeben. Und die tollen Prints müssen noch mal ausgedruckt oder, noch schlimmer, vergrößert werden.

Also: Schlechtes Werkzeug können wir uns gleich sparen. Und geben einmal Geld aus für eine Rotatrim. Die Investition für’s Leben. Warum noch warten? Eben. Du willst sie ja eh. Und sparen können wir dann an den Abzügen, die wir nicht mehr doppelt machen müssen.

Das selbst schärfende Rollenmesser aus Sheffield-Stahl läuft in Nylon-Kugellagern

Ihr könnt mir’s glauben. Ich dachte zunächst auch, dass ich mal schnell ein paar Scheinchen sparen kann und bestellte mir einen preiswerten Rollenschneider. Doch schon kurze Zeit später war klar: Damit kann ich höchstens Geschenkpapier für die Weihnachtspäckchen zurechtschneiden.

Was macht die „Rotatrim“ so besonders? Zunächst einmal die Präzision. Ein Schnitt über die gesamte Länge ist immer exakt im Winkel, das Blatt wandert nicht ab. Die Doppelrohrführung, auch schon bei der „Kleinen“, mit 30,5 Zentimeter Schnittlänge, und der Messerblock aus Metallguss: Das schafft Vertrauen. Und das selbstschärfende Rollenmesser aus Sheffield-Stahl wird spielend mit Papier und Pappe (bis ca. 2 mm Stärke) fertig.

Ein präzise einstellbarer Anschlagwinkel aus Metall wird mitgeliefert

Auf den Fotos zu diesem Beitrag sehr Ihr übrigens meine eigene Rotatrim. Die seit mittlerweile über 10 Jahren ihren Dienst im Dauereinsatz bei mir versieht. Tagtäglich und zuverlässig. Spielen da die paar Euro, die ich dafür mal mehr bezahlt habe, noch eine Rolle?

Typisch für die Rotatrim: Geschnitten wird von unten nach oben. Durch die Schnittführung in Richtung der Anschlagleiste ist der Schnitt sehr präzise

Die “Rotatrim” gibt’s in Schnittlängen von 30,5 cm bis 137,4 cm. Tipp: Auch wenn Euer Drucker “nur” bis DIN-A-2 kann, nehmt die Schneidemaschine immer mindestens eine Nummer größer als Ihr es eigentlich braucht. Denn: Ein kleineres Blatt kann auch mit der größeren Maschine beschnitten werden. Umgekehrt ist es dagegen “schwierig”. Falls für den A2-Print ein Passepartout benötigt wird, braucht’s ganz schnell mal die “M30” oder gar “M36”.

Rotatrim Rollenschneider
Modell M12 – Schnittlänge 305 mm, Gesamtlänge 471 mm, Gewicht 4,9 kg
Modell M15 – Schnittlänge 382 mm, Gesamtlänge 547 mm, Gewicht 5,3 kg
Modell M18 – Schnittlänge 455 mm, Gesamtlänge 610 mm, Gewicht 6,0 kg
Modell M20 – Schnittlänge 510 mm, Gesamtlänge 660 mm, Gewicht 6,4 kg
Modell M24 – Schnittlänge 610 mm, Gesamtlänge 778 mm, Gewicht 7,1 kg
Modell M30 – Schnittlänge 763 mm, Gesamtlänge 928 mm, Gewicht 8,5 kg
Modell M36 – Schnittlänge 910 mm, Gesamtlänge 1.080 mm, Gewicht 8,9 kg
Modell M42 – Schnittlänge 1.068 mm, Gesamtlänge 1.234 mm, Gewicht 10,5 kg
Modell M54 – Schnittlänge 1.374 mm, Gesamtlänge 1.539 mm, Gewicht 12,0 kg

Robert Hill