„Rom. Porträt einer Stadt“ von Giovanni Fanelli. Ein Reiseführer? Ein Bildband? Eines der unzähligen Stadtportraits? Ja, all das. Und doch ganz besonders. Denn in erster Linie ist das Buch ein Zeit-Reise-Führer. Erzählt die Geschichte der Stadt seit 1840 bis heute. Mit Fotos. Aber nicht irgendwelchen. Henri Cartier-Bresson, Guiseppe Primioli, Mario Carbone. Bettina Rheims. Auch Paul Wolff hat sich in den Gassen von Trastevere herumgetrieben. Um nur einige zu nennen. Sie haben eine unglaublich intensive, vielschichtige und – vor allem –und lebendige Sicht auf die „Ewige Stadt“. So wird dieser Kultur-Trip zur inspirierenden Reise durch Zeit und Raum. Mit Fotos, die Geschichte geschrieben haben.

Sixtinische Kapelle und Caracalla-Thermen, Kolosseum und Villa Borghese, Pantheon, Trevi-Brunnen und Petersdom, das Forum Romanum, moderne Kunst im MAXXI, dem Museo nazionale delle arti del XXI secolo, Tausende von Espressobars, Millionen von Vespas, Galerien, ruhige Parks, laute Straßen, Brücken, Plätze, ein Spaziergang auf der Antike inmitten einer quirligen, modernen Metropole.

„Rom war schon immer zugleich faszinierend und vulgär, wunderschön und abstoßend, international und provinziell“
Stefano Malatesta, 2014

Die Stadt, in der große Geschichte, großes Theater und große Schönheit überall mit Händen zu greifen sind. Wo barocke Pracht sich inmitten antiker Größe entfaltet, wo Hälse sich recken, um Michelangelos Deckenfresko der Sixtinischen Kapelle zu bewundern, wo Fellini La Dolce Vita drehte und wo Mussolini sich und der faschistischen Ideologie im EUR-Viertel ein megalomanes Denkmal setzte.

Dieses schwergewichtige fotografische Porträt von Rom versammelt Hunderte von Aufnahmen von 1840 bis heute, und präsentiert die Geschichte, die Kunst und die Schönheit dieser unvergleichlichen Hauptstadt der Kultur. Mit gut 500 Fotografien in Sepia, Schwarzweiß, und Farbe präsentiert der Band Arbeiten von Fotografen wie Giacomo Caneva, Pompeo Molins, Giuseppe Primoli, Alfred Eisenstaedt, Carlo Bavagnoli, Henri Cartier-Bresson, Pasquale De Antonis, Peter Lindbergh, Slim Aarons und William Klein, deren Aufnahmen die Ewige Stadt aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln beleuchten: als Mittelpunkt des Imperium Romanum, als Geburtsstätte der Renaissance, als Reiseziel der Jahrhunderte, als buntes Patchwork der römischen Stadtviertel, als Stadt des Papstes und Machtzentrale der katholischen Kirche, als politische Bühne Italiens und als perfekte Kulisse für Film und Modefotografie.

Aus dem Fundus traditionsreicher Bildarchive schöpfend, gewähren einige der hier abgedruckten historischen Aufnahmen einen einmaligen Blick in die Zeit der Grand Tour, zu deren bevorzugten Zielen und Motiven das Kolosseum, das Forum Romanum oder die Spanische Treppe gehörten (damals noch fast menschenleer). Aufnahmen aus späterer Zeit belegen die Vielgesichtigkeit Roms, von den Luxusvierteln der Reichen und den Orten des mondänen Zeitvertreibs bis zu den Straßenständen und Wäscheleinen in den Arbeitervierteln Trastevere und Testaccio. Dokumentarisches Material vermittelt einen Eindruck von der Unerbittlichkeit, mit der Mussolini und der Faschismus der italienischen Hauptstadt ihre Ideologie von Stärke, Körperkult und Nation aufprägten. Die aufkommende Farbfotografie zeigt, wie sich das Bild der Stadt vom Neorealismus der Nachkriegszeit zur Prosperität der Wirtschaftswunderjahre wandelte: elegante Mode, Berühmtheiten aus aller Welt, die Cafés der Via Veneto, deren Faszination Federico Fellini unsterblich gemacht hat. Größen aus Musik und Film, Literatur und Mode geben sich ein Stelldichein: Louis Armstrong, Elizabeth Taylor, Audrey Hepburn, Marcello Mastroianni, Sophia Loren, Pier Paolo Pasolini, Anna Magnani, Valentino.

Rom. Porträt einer Stadt
Hardcover, 25 x 34 cm, 486 Seiten; ISBN 978-3-8365-6271-3; Mehrsprachige Ausgabe: Deutsch, Englisch, Französisch

Webseite zum Buch: „Rom. Porträt einer Stadt“

“Rom. Porträt einer Stadt“ erscheint beim Taschen Verlag GmbH.
Das Rezensionsexemplar wurde vom Taschen Verlag GmbH zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Robert Hill