In meinem Beitrag über die Retro-Kamera zum Selberbauen habe ich Euch versprochen, ein paar Bilder nachzureichen, sobald der Film entwickelt ist. Die Prints kamen grade aus dem Labor, hier was dabei herausgekommen ist.

Was schon mal aufgefallen ist: Wer Experimente mag, wird sicher Gefallen an der Retro-Kamera zum Selberbauen finden. Das kleine Teil macht Spaß, sogar mit Farbfilm. Dass man in Punkto Bildqualität nicht das erwarten kann, was eine moderne Kamera bietet, sollte jedoch jedem von vornherein bewusst sein. Der Charme, den der „Rolleiflex-Zwerg“ ausmacht, ist grade das unerwartete, die Überraschung „was dabei rauskommt“. Ich kann Euch versprechen: So ziemlich alles, nur keine reproduzierbaren Ergebnisse.

So ging’s los, 1848. Mit einem Foto vom Blick aus dem Atelierfenster. Ähnlich unscharf, allerdings in Farbe, ist meine erste Aufnahme mit der selbst gebauten Kamera

Das Fokussieren ist auf der kleinen Mattscheibe im Lichtschachtsucher eh mehr ein Glücksspiel. Ebenso, dass man den Filmtransport korrekt erwischt. Also machen wir aus der Not eine Tugend, knipsen munter drauf los und scheren uns einen Dreck um MTF-Kurven, Planlage und Farbsäume. Es geht auch so!

Wenn man ganz ruhig hält, wird das Foto sogar einigermaßen scharf. Das gilt auch für das Motiv!

Ein wenig aufpassen sollte man dann aber doch. Beim Auslösen. Denn die Verschlusszeit liegt, so schätze ich, bei ca. 1/30 Sekunde. Ungefähr. Und auch nicht jedes mal. Man muss beim Drücken des Auslösehebels ganz, ganz ruhig halten, um nicht zu verreißen. Was aber dann doch immer wieder mal passiert.

 

 

 

Doppeläugig – Aufstieg und Fall der zweiäugigen Spiegelreflexkamera
Die 1929 vorgestellte Rolleiflex eroberte schnell die Herzen der fotografischen Welt. Was machte sie so einmalig? Das zweite „Auge“, das Sucherobjektiv, ermöglichte erstmals eine perfekte Bildkontrolle. Das Sucherbild auf der Mattscheibe entsprach der Negativgröße, beide Objektive wurden gleichzeitig „scharfgestellt“. Die Verwendung des konfektionierten Rollfilms trug zu einer weiteren einfachen Handhabung bei.
Bis in die Siebzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts war dieser Kameratyp das bevorzugte Werkzeug vieler Fotoreporter, Amateure und Fotostudios. Dann machte der technische Fortschritt auch diesen Kameratyp obsolet.
Die Sonderausstellung Doppeläugig – Aufstieg und Fall der zweiäugigen Spiegelreflexkamera zeigt die Rolleiflex und ihre Epigonen und stellt den gesamten Lebenszyklus dieses Kameratyps dar. Sie ist vom 29. April 2018 bis 15. März 2019 im Haus aus Queck (Haus der Foto- und Filmgeschichte) im Hessenpark zu sehen.

Ein Besuch im Hessenpark lohnt sich für Fotofreunde derzeit auch wegen der sehr sehenswerten Ausstellung Fotoalbum Walter Löber, die seit dem 08. April und noch bis zum 02. Dezember 2018 zu sehen ist.

Retro-Kamera zum Selberbauen
IIford HP 5 Plus 400
IIford XP2 super 400 – 10 Stück
Rollei CHROME CR 200 / 10 Stück
Lomography Color Negative
Lomochrome Purple XR 100-400

Robert Hill