Wer bei jedem Foto in allen vier Ecken als erstes Schärfe und Auflösung bei maximaler Vergrößerung kontrolliert und bei chromatischen Aberrationen hektisch nach dem Regler in Lightroom sucht, kann sich Versuche mit den kleinen Lomo-Linsen sparen. Wer dagegen die einmalig-geniale Anmutung der Lomo-Fotos ganz unkompliziert mit seiner MFT-Kamera erleben will, wird begeistert sein. Zugegeben: Es sind schon recht spezielle Objektive. Ob man sie mag, muss man selbst herausfinden. Was angesichts des günstigen Preises schon mal kein großes Risiko ist. Bleibt mal locker Freunde und habt ein wenig Spaß!
Heute stelle ich Euch das 12-er Weitwinkel des Sets vor.

Drei MFT-Objektive für nicht mal 60 Taler. Wo ist der Haken? Gut, haptisch sind sie keine Offenbarung. Die Fassung aus Kunststoff. Das Bajonett übrigens auch. Dass man bei der Vergütung der Linsen gespart hat, gehört zum Konzept. Zwei Blenden stehen zur Verfügung. Reicht aus.


Mitgedacht haben die Lomo-Jungs bei den rückseitigen Objektivdeckeln. Denn da stehen der Objektivtyp und die Brennweite drauf. Ungemein praktisch, wenn man so diszipliniert ist, und die passende Kombination immer einhält. Da sich alle drei Objektive in der Bauweise recht ähnlich sind, schafft das Ordnung in der Fototasche. Da die drei Lomos zusammen (mit Deckeln!) nicht mal 140 Gramm auf die Briefwaage bringen, kann man sie wirklich immer mitnehmen. Für den kleinen Spaß zwischendurch.

Der Unterschied zwischen dem Lomo (oben) und dem Leica Summilux 1,4/12 mm (unten) ist bei Webauflösung im Blog nur bei ganz genauem Hinschauen sichtbar

Und: Jede der Lomo-Linsen hat einen eigenen Verschluss. Damit kann man Mehrfachbelichtungen machen und das Ergebnis sofort auf dem Kamera-Display bewundern. Ob man das zu Zeiten von Photoshop und Ebenenkompositionen noch braucht? Egal. Dem Spieltrieb nachgeben macht Spaß. Für den Satz Farbfilter, der mitgeliefert wird, gilt das gleiche. Fokussiert wird natürlich manuell. Beim Fisheye und beim 12er ist die Scharfstellung sowieso eher akademisch.

Das 12er Weitwinkel entspricht im Bildwinkel ungefähr dem 24iger bei Kleinbild. Die Tiefenschärfe ist enorm. Wer mit offener Blende freistellen möchte, ist fehl am Platz. Spaß macht der 12er Lomo dagegen, wenn man die Empfindlichkeit der Kamera etwas hochdreht und „aus der Hüfte schießt“. Es ist das ideale Objektiv für „schnelle Skizzen“ flüchtiger Erlebnisse, die Linse für „Traumfänger“ …

Habe ich Euch ein wenig neugierig gemacht? Schaut regelmäßig hier rein, das 24iger zeige ich Euch in den nächsten Tagen! Die Vorstellung des Fisheye findet Ihr hier.

Lomography Micro 4/3 Objektiv-Set

Robert Hill