Das Sofortbild ist wieder zurück. Sofortbild? War die gute, alte Polaroid nicht die erste, die von der Digitalwelle ins technologische vorgestern gespült wurde? Mag sein. Aber Vinyl-Schallplatten erleben ja auch schon seit einigen Jahren ein tolles Comeback. Warum dann nicht das Sofortbild? Was hat man denn davon? In erster Linie Spaß. Und die Gewissheit, ein Unikat in den Händen zu halten. Außerdem ähnliche Gefühle wie einst, beim Entwickeln der S/W-Papierabzüge. Als sich langsam, quasi aus dem „Nichts“, das Foto in der Schale aufbaute …

Das neue Sofortbildmaterial erinnert in Aufbau und Anmutung an Polaroids SX-70. Mit dem Unterschied, dass die Bilder mit einem Nettoformat von ca. 6,2 x 4,6 Zentimetern deutlich kleiner sind. Wer mal eine Mamiya 645 oder Zenza Bronica ETRS hatte, bekommt jetzt Sofortbilder wie einst aus deren Kontakten. Auch was Nettes …

Praktisch: Der Objektivdeckel ist auch der drahtlose Fern- und Langzeitauslöser

Außer der Fujifilm Instax gibt es noch den einen oder anderen Anbieter, der Kameras für diesen „Film“ im Programm hat. Sogar aus Wetzlar kommt eine. Es dürfte die billigste Möglichkeit sein, einen „Roten Punkt“ auf einem Fotoapparat durch die Gegend zu tragen. Auch wenn kaum anzunehmen ist, dass das mittelhessische Traditionsunternehmen diese Kamera selbst herstellt.

Zum Fokussieren reichen drei Symbole

Das dagegen lässt sich Lomo nicht nehmen und hat mit seiner „Playa Jardín“ eine prima Spaß-Knipse im Programm. Nicht einmal auf ein Stativgewinde muss man hier verzichten. Die Belichtungsautomatik funktioniert erfreulich gut. Fokussiert wird, wie einst bei preiswerten Knipskameras, über die drei Symbole „Portrait“, „Gruppe“ und „Landschaft“ manuell. Wer will, kann sogar Mehrfachbelichtungen vornehmen.

Wie einst Daguerre: Der Blick aus dem Atelier-Fenster…

Ein kleines Highlight ist nach meiner Meinung der Objektivdeckel. Denn der hat einen Funk-Fernauslöser und die Möglichkeit der drahtlos gesteuerten Langzeitbelichtung – man muss dazu nur die optional erhältliche CR1632 Batterie einlegen. Die beiden CR2-Zellen, die die Kamera und ihren eingebauten Blitz mit Strom versorgen, müssen übrigens auch noch zusätzlich besorgt werden.

Lass mich bloß in Ruhe!

Da die meisten von uns mittlerweile gewohnt sind, dass das, was auf dem Display zu sehen ist, auch auf’s Bild kommt, muss man bei der Lomo Playa Jardín etwas umdenken: Der optische Sucher hat keinen Parallaxenausgleich, der Bildausschnitt ist etwas versetzt. Das kommt natürlich vor allem im Nahbereich zum Tragen. Erst recht, wenn man das optionale Makro-Objektiv verwendet.

Im Nahbereich muss die Parallaxe berücksichtigt werden. Sonst wird der halbe Kopf abgeschnitten …

Lomo Instant Sofortbildkamera – Playa Jardín

Lomo Instant Sofortbildkamera & Objektive – Playa Jardín

FUJI Instax mini Color 20 Aufnahmen

Robert Hill