Es geschehen noch Zeichen und Wunder: Glaubt man den Pressemeldungen zur CES 2017, lässt Kodak den Ektachrome 100 im Kleinbildformat wieder auferstehen. Freunde von Diafilmen, die mit den „Fuji-Farben“ nicht warm wurden, werden sich freuen. Die „Wiederauferstehung“ des legendären Materials ist für das IV. Quartal dieses Jahres geplant. Zur Steigerung der Vorfreude stellen wir Euch heute „think analog“ von Antoniono Zambito vor.

Vor ein paar Jahren schnappte ich mir das komplette Dia-Archiv meiner Eltern. Ich schätze, es werden so ungefähr 5.000 Agfa CT-18, von ca. 1958 bis Ende der 90iger, gewesen sein. Die haben die Jahrzehnte in Vaters Wohnzimmerschrank überstanden. Einige in recht gutem Zustand. Vielen war das Alter deutlich anzusehen. Doch: verwendbar waren sie fast alle. Ich konnte die Bilder scannen, digital restaurieren und anschließend ausbelichten lassen. Ich dachte damals oft, was wohl gewesen wäre, hätte man vor 50 Jahren schon Fotos digital aufnehmen und vor allem: Abspeichern können? Ob man die damals üblichen Lochstreifen heute noch auslesen könnte? Wohl kaum. Oder hat Dein aktueller Computer ein Diskettenlaufwerk? Von DAT-Bändern, ZIP oder MO-Laufwerken rede ich erst gar nicht …

think_analog_01

Um ein Dia, betrachten zu können, braucht’s nur Licht. Und, wenn man’s größer anschauen will, eine Lupe. Für mich einer der Gründe, warum ich für Fotos, die mir wichtig sind, nach wie vor meine Leica M6, die Nikon F2, die Zenza Bronica oder sogar die Linhof Kardan Color mit einem Film bestücke.

think_analog_02

Gut, ich hab’s ja auch noch so gelernt. Wer, wie ich, 1980 mit der Fotografenlehre begonnen hat, hat in der Berufsschule noch Rezepte für Entwickler und Fixierbad auswendig gelernt und musste, wollte er die Abschlussprüfung bestehen, über die Geschichte der Fotografie in Grundzügen Bescheid wissen.

All dies, interessant und anschaulich erklärt, findet sich in “Think Analog: Die faszinierende Welt der analogen Fotografie“ von Antoniono Zambito. Auf 288 Seiten wird, mit vielen Abbildungen, das Wichtigste erklärt, das man heute zum Thema analoge Fotografie auf Film wissen muss. Und zwar, freundlicherweise, mit Materialien, die aktuell zum Zeitpunkt der Auflage erhältlich sind. In diesen zehn Kapiteln:

think_analog_03

1.) Darum analog
2.) Meilensteine
3.) Apparate und Tools
4.) Wie die Fotopioniere
5.) Der fotografische Film
6.) Faszination Sofortbild
7.) Fotografia d’arte
8.) Von digital zu analog
9.) Vom Negativ zur Datei
10.) Bilder zeigen

Passend zum Thema hat Paul Simon 1973 mit „Kodachrome“ die inoffizielle Hymne der Fotografen gesungen:

Den „Kodachrome“ wird es wohl leider nie wieder geben. Aber das Revival des Ektachrome ist ja auch schon mal was, auf das wir uns freuen können …

think_analog_cover

Antoniono Zambito „Think Analog: Die faszinierende Welt der analogen Fotografie“
Hardcover, ca. 19,7 x 24,5 cm, 288 Seiten, ISBN: 978-3-645-60352-2

Webseite zum Buch: „Think Analog: Die faszinierende Welt der analogen Fotografie“

“Think Analog: Die faszinierende Welt der analogen Fotografie“ von Antoniono Zambito erscheint beim Franzis Verlag GmbH.
Das Rezensionsexemplar wurde von Mono-C GmbH zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich.

Robert Hill