Von einem netten Kollegen habe ich mal den gut gemeinten Rat bekommen, lieber ein Objektiv weniger zu kaufen und mit dem gesparten Geld eine Fotoreise zu unternehmen. Auch wenn er damit wahrscheinlich nicht ganz unrecht hat: Wenn Du mit offenen Augen durch die Welt gehst, findest Du vor der Haustüre immer Motive, die sich lohnen fotografiert zu werden. Viele kannst Du sogar zu Fuß erreichen. Dann ist sogar wieder etwas Kohle für das eine oder andere Fotozubehör übrig …

Ein weiterer Vorteil, wenn Du Deine Motive in der Umgebung suchst: Du kennst Dich aus, weißt, was Du mitnehmen musst. Und wenn mal wirklich ein bestimmtes Zubehör notwendig sein sollte, das Du nicht dabei hast, holst Du’s halt schnell. Oder nimmst es das nächste Mal mit. Du kommt ja immer wieder hin.

Ein typisches Frühjahrsmotiv für das es weder eine Fernreise, noch eine außergewöhnliche Fotoausrüstung braucht…

Wenn ich von zu Hause losziehe, beschränke ich mich fast immer auf eine Kamera mit einem Objektiv. Und suche dann ganz gezielt nach Motiven dafür. Du wirst sehen, es braucht meist keine spektakulären Brennweiten. Sogar das Normalobjektiv ermöglicht immer wieder Bilder, die besonders sind. Du musst nur Dein Auge schulen und etwas genauer hinschauen.

Was aussieht wie die Luftaufnahme eines Fluss-Deltas, habe ich am Rand des Ackers fotografiert. Ich musste dafür auch kein Flugzeug chartern, musste sogar hinknien …

Da Du die Locations immer wieder besuchen kannst, musst Du selten befürchten, eine einmalige Aufnahme zu verpassen, wenn Du Dich einschränkst und „das Falsche“ mitgenommen hast. Warum nicht mal konsequent nur Makros fotografieren? Details, die sich lohnen, finden sich überall. Du musst die Motive nur sehen.

Grade im Frühjahr gibt’s oft Wolkenstimmungen, die in SW mit Rotfilter spektakulär ‘rüberkommen

Oder mal der Verzicht auf Farbe? Schwarzweiß kannst Du auch digital fotografieren. Beim Life-View hast Du sogar den Vorteil, die Grauwertumsetzung vor der Belichtung beurteilen zu können. Da das auch für die Verwendung von Farbfiltern gilt, ergeben sich ganz neue Möglichkeiten.

Robert Hill