Es gibt Werkzeuge, die begleiten einen durch’s ganze (Berufs-)Leben. Mein Stahllineal ist so ein Fall. „Repro-Fachabteilung“ und „Leverkusen-Bayerwerk“ steht drauf. Schon aus diesen Angaben könnt Ihr schließen, dass das gute Stück mindestens 40 Jahre alt sein muss. Ich fand es beim Ausmisten des Labors während meiner Lehrzeit. Seitdem nutze ich es mehr oder weniger täglich. Denn in Kombination mit einer Schneidematte und einem präzisen Cutter gelingen damit immer noch die exaktesten Schnitte.

Und dennoch habe ich mein gutes Agfa-Stahllineal kürzlich in Rente geschickt. Es war ein Freitagnachmittag, kurz vor Feierabend. Es musste nur noch schnell ein Ausdruck beschnitten werden. Gleich ist Wochenende …

Das mit einer Fahrt ins Krankenhaus begann. Zugutehalten muss ich dem Agfa-Lineal, dass es nie für Schneidearbeiten konstruiert wurde. Denn dafür ist es eigentlich etwas zu dünn. Und zu schmal. Es kam, wie es kommen musste. Ich rutschte ab und säbelte elegant in die Fingerkuppe. So richtig schön tief in die Haut, es musste genäht werden.

Das passiert mir jetzt nicht mehr so leicht. Denn das Agfa-Lineal wird nun wieder dafür benutzt, wofür es mal gedacht war: Zum Messen. Und zum exakten zurechtschneiden der Fotos und Ausdrucke nehme ich das, deutlich dickere und vor allem viel breitere, Stahllineal von Rumold. Da es nicht teuer ist, habe ich es mir in 30 cm und 45 cm Länge besorgt.

Eine kleine Anmerkung aus der Praxis: Alu-Lineale, auch mit Stahlkante, sind nach einer Erfahrung zum Schneiden nicht so gut geeignet. Die Alu-Seite ist zu weich für die scharfe Cutter-Klinge. Und die Stahleinlage hat etwas Abstand zum zu schneidenden Papier. Dadurch ist der Schnitt nicht exakt genug.

Edelstahl-Schneidelineal 30 cm
Edelstahl-Schneidelineal 45 cm
Edelstahl-Schneidelineal 100 cm

Robert Hill